Das Kreuzdarmbeingelenk beim Pferd ist als Pferdeosteopath von zentraler Bedeutung, besonders beim Beckenschiefstand

Pferdeosteopathie

Sanft und ganzheitlich

Pferdeosteopathie ist eine sehr sanfte Heilmethode, mit der sich nahezu alle Strukturen am Bewegungsapparat behandeln lassen. Der Pferdeosteopath erspürt Störungen im Körper und regt mit sanften Griffen die Selbstheilung an. Dabei liegt der Fokus besonders auf den Wechselwirkungen der verschiedenen Strukturen (Muskeln, Knochen, Bänder, Faszien, usw.). Dadurch ist die Pferdeosteopathie sehr ganzheitlich. Grundsätzlich wird davon ausgegangen, dass der Körper sich bei Störungen selbst heilt und er durch den Pferdeosteopathen nur den richtigen Impuls bekommt.
Der amerikanische Arzt Dr. Andrew Taylor Still hat die Osteopathie im 19. Jahrhundert entwickelt. Nach Auffassung der Pferdeosteopathie hängen alle Strukturen im Körper funktionell zusammen. Daraus ergeben sich drei Grundsätze der Pferdeosteopathie:

1. Struktur und Funktion stehen immer in Verbindung zueinander
Jede Struktur im Pferdekörper entsteht aus ihrer Funktion heraus. Ein Muskel zum Beispiel soll ein Gelenk bewegen und muss dafür dynamisch arbeiten, diese Funktion übernehmen Muskelzellen. Wird das Gelenk nicht bewegt (weil es zum Beispiel eine Blockade hat), verkümmert der Muskel. Die eingeschränkte Funktion führt zu einer strukturellen Veränderung. Andersherum kann aber auch erst die Struktur geschädigt sein (das Pferd bekommt zum Beispiel einen Tritt auf den Muskel) und die Funktion ist nicht mehr voll gegeben. Diese Wechselwirkungen muss der Pferdeosteopath immer beachten.

2. Für den Pferdeosteopath bilden alle Strukturen eine Einheit
Jede Struktur im Pferdekörper steht direkt oder indirekt mit anderen in Verbindung. Diese Verbindung wird zum Beispiel über Nerven hergestellt. Nerven versorgen den gesamten Körper. Wird der Nerv an einer Stelle gereizt, kann der Schmerz an einer völlig anderen Stelle auftreten. Deshalb ist es möglich, dass eine Störung ihre Ursache in einem Bereich hat, in dem gar keine Symptome auftreten. Ein Pferd kann zum Beispiel eine Taktunreinheit aus der Vorderhand heraus haben, die Ursache für diese Problematik liegt aber in der Halswirbelsäule.
Nerven sind dabei nur eine Form der möglichen Verbindung der unterschiedlichen Strukturen, ein Pferdeosteopath muss diese Verbindungen erkennen und erspüren, um wirklich an die Ursache des Problems zu kommen. Deshalb ist die Pferdeosteopathie so ganzheitlich.

3. Heilen kann sich das Pferd nur selber
Der Pferdekörper ist immer bestrebt gesund zu sein, doch betrachtet die Pferdeosteopathie Gesundheit nicht als statischen Zustand, sondern eher als ein Gleichgewicht. Kommt das Pferd durch eine Erkrankung aus dem Gleichgewicht, ist das Pferd krank und der Körper wird bestrebt sein, dass Gleichgewicht wieder herzustellen. Dies geschieht in der Regel durch Selbstheilungskräfte. Es kann allerdings passieren, dass das Pferd durch eine Bewegungseinschränkung oder Blockade an dieser Selbstheilung gehindert wird. Hier kommt der Pferdeosteopath ins Spiel. Durch die Pferdeosteopathie wird die Einschränkung gelöst und die Selbstheilung aktiviert.
 

Faszien Behandlung beim Pferd

Die Faszien sind eine der wichtigsten Strukturen in der Pferdeosteopathie. Faszien befinden sich fast im gesamten Pferdekörper. Oberflächliche Faszien liegen im Unterhautgewebe und umschließen das ganze Pferd praktisch wie eine Hülle. Tiefe Faszien sind eher aus festerem Bindegewebe und umhüllen z. B. Knochen, Nerven und Muskeln (Diese Muskelhüllen kennt man auch aus der Küche. Es handelt sich um die hellen Häute, die einzelne Fleischstücke umschließen und voneinander trennen.) Darüber hinaus gibt es noch Viszerale Faszien, die hauptsächlich die Aufgabe haben, die Organe in der richtigen Position zu halten. All diese verschieden Faszien „Typen“ sind mit einander verbunden und ziehen sich durch den gesamten Pferdekörper. Dadurch können Störungen auch Probleme in ganz anderen Körperregionen auslösen. Der Pferdeosteopath untersucht den Körper auf veränderte Spannungen der Faszien und reguliert diese dann mit manuellen Techniken.

Craniosacrale Therapie am Pferd

Die Craniosacrale Therapie am Pferd ist ein Teil der Pferdeosteopathie. Sie beschäftigt sich mit der Regulation des craniosacralen Rhythmus. Das Gehirn und das Rückenmark sind von einer Flüssigkeit umgeben (der Liquor cerebrospinalis), vom Kopf (Cranium) bis zum Kreuzbein (Sacrum). Innerhalb dieser Flüssigkeit gibt es einen bestimmten Rhythmus. Ist dieses Pulsieren in der Flüssigkeit gestört, kommt es zu krankhaften Veränderungen. Ziel der Craniosacralen Therapie beim Pferd ist es, diese Veränderung im Rhythmus zu erfühlen und zu regulieren.
Die Craniosacrale Therapie beim Pferd und beim Menschen ist nicht vollständig wissenschaftlich belegt und auch unter Pferdeosteopathen nicht unumstritten. Ich setze die Craniosacrale Therapie für Pferde nicht in jeder Behandlung ein. Oft können die Pferde sich dabei sehr gut entspannen, reagieren mit Abkauen oder Gähnen. So ist es bei meinen Behandlungen in der Regel eine intuitive Entscheidung, ob ich zusätzlich die Craniosacrale Therapie mit einsetze.

Das Kreuzdarmbeingelenk beim Pferd ist als Pferdeosteopath von zentraler Bedeutung, besonders beim Beckenschiefstand